123Bambini News: Prof. Dr. Malte Mienert über die Bedeutung des Bewegungs- und Entdeckungsdrangs von Babys und Kleinkindern

Dieser Beitrag wird von Pampers unterstützt.

Babys und Kleinkinder haben von Geburt an einen natürlichen Bewegungs- und Entdeckungsdrang. Es ist ihre Art, die Welt um sich herum kennenzulernen. Pampers hat mit dem Entwicklungspsychologen Prof. Dr. Malte Mienert über die Bedeutung des Bewegungs- und Entdeckungsdrangs von Babys und Kleinkindern gesprochen:

1. Warum haben Babys einen natürlichen Bewegungs- und Entdeckungsdrang?

Der natürliche Bewegungs- und Entdeckungsdrang ist überlebensnotwendig für Menschen. Er ermöglicht es den Kleinen wie auch den Großen sich schnell in neuen, unbekannten Umgebungen zurechtzufinden und für auftretende Probleme wirkungsvolle Lösungen zu finden. Bei Erwachsenen würden wir dies als „Versuch- und Irrtumlernen“ bezeichnen. Bei Babys ist es weit mehr als nur das, da sie kein Vorwissen und keine gespeicherten Erfahrungen mit vielen Situationen haben, auf die sie zurückgreifen könnten. Das sich Bewegen, Ausprobieren und Erfahrungen sammeln ist somit die früheste aller Lernformen, auf der alles spätere Lernen aufbaut.

2. Was lernen Babys, wenn sie ihre Umgebung durch Bewegung und Spielen erkunden?

Kleine Abenteurer entdecken die Welt intuitiv. Das Spielen ist ihre Art, die Welt um sich herum kennenzulernen und zu verstehen, wie Dinge funktionieren. Der tolle Nebeneffekt: Im Spiel und in Bewegung werden zentrale Fähigkeiten gefestigt, die zu Babys gesunder Entwicklung beitragen. Dazu gehören beispielsweise die Ausbildung von Selbstvertrauen, die Förderung von Kreativität und Denkfähigkeit sowie das Lernen von Verantwortung für sich selbst und für andere. Zusätzlich werden grundlegende Fähigkeiten wie die Raum-Lage-Wahrnehmung, das Gleichgewichtsempfinden und die Körperwahrnehmung erst in Bewegung und im Spiel ausgeprägt.

3. In einer KiTa oder Krabbelgruppe entdecken viele Kinder gleichzeitig ihre Umgebung. Was sollte man dabei beachten? Wie wird jedes Kind seinen individuellen Bedürfnissen nach Bewegung entsprechend gefördert?

Mit dem Begriff der Förderung sollten wir Erwachsenen im Kleinstkindalter sparsam umgehen. Ein Baby muss nicht zur Bewegung gefördert werden, es hat von sich aus Spaß an der Bewegung und am Spiel. Es sollten also Gelegenheiten zu Bewegung und Spiel geschaffen werden. Krabbelgruppen, Krippe, KiTa, Tagespflege – all diese Orte bieten sowohl Kontakt zu anderen Kindern als auch viele Bewegungsmöglichkeiten in einem geschützten Rahmen. Dabei gilt es, die Kinder von sich aus Kontakt zu diesen Situationen aufnehmen zu lassen, immer von der sicheren Basis der Eltern aus. Von zu starker Animation der Kinder zum Mitmachen ist abzuraten. Kinder, die etwas scheu sind, benötigen länger als Beobachter der neuen Situation. Animation könnte Druck aufbauen und den Stress der Kinder in der unbekannten Umgebung erhöhen. Lieber beobachten und die Kinder von selbst Kontakt aufnehmen lassen. Kinder sind kleine Persönlichkeiten, und sie lernen frühzeitig, für sich die richtige Balance zwischen aktiver Neugierde und beschützter Zurückhaltung zu finden.

4. Welche Rolle übernehmen die Eltern bei Babys eigenständigen Entdeckungsreisen?

Eltern sind Mitspieler, Zuschauer, Ansprechpartner und Bezugspunkt für ihre Kleinen. Auch wenn sie nicht aktiv an den Entdeckungsreisen teilnehmen, strahlen sie Sicherheit für ihre Babys aus. Zudem können Eltern ihre Lieblinge gezielt unterstützen, indem sie ihnen Spiel- und Bewegungsfreiheit ermöglichen – sie beispielsweise auf einer Decke auf dem Boden spielen lassen. Dabei gilt: Die eigenen vier Wände sollten bereits früh für die Entdeckungsreisen der Kleinen vorbereitet werden. Gefährliche Gegenstände und persönliche Lieblingsstücke sollten nicht nur außer Reichweite, sondern besonders auch außer Sichtweite aufbewahrt werden.

5. Gibt es Equipment für Babys, um den Spiel- und Bewegungsdrang zuhause zu fördern?

Kinder suchen sich im Spiel von ganz allein Anregungen, die ihrem Alter und ihren Fähigkeiten entsprechen. Dabei ergeben sich abwechslungsreiche und spannende Spielideen meist schon im täglichen Leben – egal ob Kochtopf oder leere Schachtel, Kinder haben ein natürliches Interesse an echten Sachen. Zeug zum Spielen ist für kleine Entdecker häufig interessanter als Spielzeug. Besonderen Spaß haben die Kleinen an spiegelnden Oberflächen, auch wenn sie sich zunächst noch nicht selbst im Spiegel erkennen. Große Papierbögen zum Rascheln und Knautschen, Bälle – all diese Gegenstände sind leicht für Babys zu handhaben und machen Spaß ohne Verletzungsrisiko.

6. Ab welchem Alter sollten Eltern den natürlichen Entdeckungs- und Bewegungsdrang ihrer Babys fördern?

Eltern sollten den Begriff „Förderung“ nicht als „Einflussnahme“, sondern als „Ermöglichen“ verstehen. Die Förderung des Entdeckungs- und Bewegungsdrangs ihrer Lieblinge besteht demnach darin, ihnen den Rücken freizuhalten, damit sie spielen und toben können, wie es ihnen gefällt. Einen festen Zeitpunkt und ein bestimmtes Alter gibt es dafür nicht – Babys spielen und bewegen sich von Geburt an intuitiv und selbstbestimmt. Dabei verlagern sich die Entdeckungsreisen mit zunehmendem Alter von der unmittelbaren Umgebung hin zu Materialien und Personen. Babys untersuchen dann nicht mehr nur Spielzeug und Objekte, sondern auch Menschen, denen sie begegnen. Die Schnelligkeit, mit der sich Babys motorisch entwickeln, ist dabei sehr individuell. Auch die Fortbewegungsmethoden, die sie vor dem Laufen wählen, unterscheiden sich stark: Während manche Kinder robben, schieben sich die anderen sitzend mit den Händen oder Beinen voran. All dies ist völlig normal und verdeutlicht die kreativen Ergebnisse der individuellen Erkundungsprozesse. 

7. Woran merken Eltern, dass ihr Baby nach einer aktiven Phase mit viel Bewegung eine Ruhephase braucht?

Eltern haben ein feines Gespür dafür, was ihre Kinder aktuell benötigen. Das sogenannte intuitive Elternverhalten ermöglicht es ihnen, die Signale ihres Kindes richtig zu deuten. Aus diesem Grund sollten Eltern auf ihr Bauchgefühl vertrauen. Wenn sie merken, dass die Aufmerksamkeit des Babys im Spiel nachlässt, das Kind unruhig wird oder neue Impulse kaum noch aufgreift, sollten sie ihm eine Ruhephase gönnen.

8. Warum ist eine gut sitzende Windel für die Entdeckungsreisen und den Bewegungsdrang von Kindern wichtig?

Eine trockene und gut sitzende Windel ist eine wichtige Voraussetzung für Babys tägliche Entdeckungs- reisen. Kleine Abenteurer brauchen beim Robben, Krabbeln und Kriechen Bewegungsfreiheit – sitzt eine Windel nicht gut, haben Babys das Gefühl, dass ein Fremdkörper mitbewegt werden muss. Das beein- trächtigt nicht nur den Entdeckungsdrang, sondern auch die Laune des Kindes. Die Windel sollte wie eine zweite Haut sitzen und sich allen Spielbewegungen der Kleinen anpassen, sodass sie sich voll und ganz auf ihre Umwelt konzentrieren können. 

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