123Bambini News: Reisetagebuch der Aktionsbotschafterin Franziska Knuppe

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Reisetagebuch der Aktionsbotschafterin der Initiative „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis*“ von Pampers für UNICEF Franziska Knuppe

1_Franziska Knuppe im Krankenhaus
1_Franziska Knuppe im Krankenhaus
1_Franziska Knuppe im Krankenhaus

Die Philippinen sind eins von 21** Ländern weltweit, in denen Tetanus bei Neugeborenen noch immer eine Bedrohung darstellt. Als Botschafterin der Aktion von Pampers für UNICEF „1 Packung = 1 lebens- rettende Impfdosis*“ bin ich im Mai 2015 daher nach Tacloban in die Region Ost-Visayas gereist, um genauer zu verstehen, wie das Infektionsrisiko für Mütter und ihre Babys entsteht und welche Anstrengungen vor Ort unternommen werden, um Tetanus bei Neugeborenen zu besiegen.

Ich war gespannt, was mich erwarten würde, denn im November 2013 hatte der Taifun Haiyan in der Region um Tacloban schwere Verwüstungen angerichtet. Tausende Menschen starben, viele Häuser und Straßen wurden zerstört. Auch Krankenhäuser und Gesundheitszentren wurden vom Sturm stark beschädigt. Impfstoffe verdarben, weil die Kühlkette unterbrochen wurde, und Aufzeichnungen über den Impfstatus vieler Frauen und Kinder gingen verloren.

UNICEF hat deshalb direkt nach der Katastrophe Nothilfe geleistet. Die Kühlkette für Impfstoffe wurde wiederhergestellt und sogar verbessert. Gerade in der Zeit nach einem Taifun steigt das Risiko für Krankheiten erheblich an. Tetanus, auch „Wundstarrkrampf“ genannt, ist eine Infektionskrankheit, die die Nerven befällt. Die Sporen kommen häufig im Boden vor. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann sie tödlich verlaufen. Mich interessierte daher sehr, welche Anstrengungen nach dem Taifun unternommen wurden und welche Erfahrungen die Helfer vor Ort gemacht haben.

Leyte Provinzkrankenhaus

Die erste Station unseres Besuchs ist das Krankenhaus in Leyte. Das Krankenhaus liegt im Einzugsgebiet von 1,9 Millionen Menschen und verfügt unter anderem über eine pädiatrische Abteilung sowie über eine Notfallstation für Mütter und Neugeborene.

Wir treffen Dr. Ofelia Absin, die Chefin des Krankenhauses. Sie erzählt uns, welchen Schaden das Krankenhaus während des Taifuns erlitten hat: „Der Schlamm stand bis zum ersten Stockwerk, viele Patienten retteten sich auf das Dach des Gebäudes. Selbst Tage nach dem Sturm konnten Patienten nur in der Notaufnahme aufgenommen werden, weil die anderen Räumlichkeiten nicht mehr nutzbar waren. Auch alle Brutkästen wurden zerstört.“

Heute ist von den Schäden fast nichts mehr zu sehen. Eine erstaunliche Leistung, die uns in den nächsten Tagen noch häufiger bewusst werden wird.

Die Schwangerenvorsorge findet im Leyte Provinzkrankenhaus immer dienstags und donnerstags statt. Heute haben sich viele Frauen eingefunden, von denen einige gegen Tetanus geimpft werden. Durch die Impfung der Mutter ist das Baby bei der Geburt in den ersten beiden Lebensmonaten vor einer Tetanusinfektion geschützt. Daher sollte jede Frau im gebärfähigen Alter drei Impfungen erhalten.

Beim Blick auf die wartenden Frauen fällt mir auf, dass darunter auch einige junge Mädchen sind. Die Gesundheitsspezialistin Bella Ponferrada erklärt mir, dass viele Mädchen nur unzureichend aufgeklärt sind, keinen Zugang zu Verhütungsmitteln

haben und zum Teil bereits als Teenager schwanger werden. Schamgefühle und tiefverwurzelte religiöse Vorstellungen erschweren in der Folge die Vermittlung von Wissen über die Schwangerschaft und essentielle Schutzimpfungen wie Tetanus bei Neugeborenen.

Auch Mariesol (17) erwartet in den nächsten Wochen ihr erstes Kind. Sie hat schon einen Namen aus- gesucht: das Mädchen soll Giselle heißen. Mariesol war bei den Vorsorgeuntersuchungen und hat die notwendige Anzahl von drei Impfungen erhalten. Das ist aber leider nicht die Regel.

Dr. Absin erklärt mir: „Teenagerschwangerschaften sind ein großes Problem für die Familien. Die Teenager erhalten meist nur wenig Unterstützung durch ihre Familien. Sie schämen sich und verstecken ihre Schwangerschaften. Oftmals achten sie nicht auf ihre Gesundheit und gehen nicht zur Vorsorgeuntersuchung. Es besteht die Gefahr, dass die Kinder mit einem niedrigen Geburtsgewicht zur Welt gebracht werden und dann anfälliger für Infektionen sind.“

Um sie mit den notwendigen Impfungen zu erreichen, wird auch in Schulen geimpft.

Ich erfahre, dass es neben der ausreichenden Immunisierung weitere wichtige Faktoren gibt, um Tetanus bei Neugeborenen vorzubeugen. Dazu gehören die Entbindung unter hygienischen Bedingungen sowie die Pflege der Nabelschnurwunde. Frauen wird deshalb dazu geraten, im Krankenhaus unter medizinischer Betreuung zu entbinden. Außerdem werden die traditionellen Geburtshelfer ent- sprechend geschult. Damit sollen einige Praktiken, wie zum Beispiel das Auflegen von Kräutern auf die Nabelschnurwunde oder das Durchtrennen der Nabelschnur mit angespitzten Bambusstöcken, abgeschafft werden. Doch es gibt immer wieder Rückschläge.

„In ländlichen Regionen kam vor einigen Jahren das Gerücht auf, dass die Tetanus-Impfung bei den Frauen zum Schwangerschaftsabbruch führt. Wir sprechen mit den Gemeindeältesten und klären über die Impfung auf“, erläutert mir Bella Ponferrada die Herangehensweise von UNICEF.

Regionales Kühllager in Leyte

Nicht nur die medizinische Versorgung interessiert mich. Ich will auch verstehen, wie sich die Versorgung mit Impfstoffen seit dem Taifun entwickelt hat. Daher führt uns unser Weg in das Regionallager von Leyte, in dem Impfstoffe für sechs umliegende Provinzen gelagert werden. Inzwischen läuft der Betrieb wieder und im Moment wird ein neuer Kühlraum gebaut. Aber bis heute konnte die Infrastruktur vor allem auf dem Land nicht wieder vollständig hergestellt werden. Deshalb schicken einige Provinzen Gesundheitshelfer, um Impfdosen in großen Kühlboxen direkt abzuholen.

Heute kommt die Krankenschwester Tita (51) aus der Provinz Tanauan und holt Impfdosen für die Routine-Impfungen gegen Tetanus. Sie hat immer noch mit den Folgen des Taifuns zu kämpfen. Nicht nur die Technik wurde beschädigt. Viele Aufzeichnungen und Impflisten wurden vernichtet, so dass es schwerfällt, nachzuvollziehen, wer noch keinen ausreichenden Impfschutz erhalten hat. Als Krankenschwester ist Tita auch in entlegenen Regionen unterwegs. Manchmal geht sie dafür von Tür zu Tür, um schwangere Frauen zu finden und zu impfen. Wenn es in kleinen Dörfern keine Gesundheitszentren gibt, treffen sich Gesundheitshelfer und Mütter auch einfach an der Straße. Dort werden die Mütter und Kinder dann in einer provisorischen Station geimpft.

In der Hauptstadt Manila befindet sich das zentrale Lager für Impfstoffe, etwa eine Flugstunde entfernt. Von dort aus werden die Impfdosen in Regionallager, wie hier in Leyte, gebracht und anschließend meist per Auto oder Motorrad in die Distrikte und Gemeinden verteilt. Damit das auch reibungslos funktioniert, setzt UNICEF auf neue Technologien.

Maulid Warfa, Leiter des UNICEF-Büros in Tacloban, erklärt mir: „UNICEF verwendet nun solarbetriebene Kühlschränke, die auch ohne Strom bis zu zehn Tage funktionsfähig sind. So gibt es keine Unterbrechung der Kühlkette und die Impfstoffe verderben auch bei einem Taifun nicht.“

Medizinisches Versorgungszentrum der Region Ost-Visayas

Welchen Einfluss ein mangelnder Impfschutz gegen Tetanus bei Neugeborenen bei der Geburt eines Babys haben kann, erzählen mir Dr. Allene Joy Ras  und Krankenschwester Nila Villamor, als wir sie im größten Krankenhaus der Region besuchen.

Sie berichten uns von Jerlyn Gallague (18), die ihr Baby zur Welt brachte, während der Taifun Haiyan in Tacloban wütete. Das Haus ihrer Familie war schon halb zerstört. Der Vater half bei der Geburt, eine traditionelle Geburtshelferin hat die Nabelschnur durchtrennt. Fünf Tage nach der Geburt zeigte das Baby die ersten Symptome einer Tetanuserkrankung. Vor der Geburt hatte die Mutter nur an einer Vorsorgeuntersuchung teilgenommen, aber keine Impfung gegen Tetanus erhalten. Nach sieben Tagen konnte das Baby nicht mehr richtig gestillt werden, da es den Mund nicht öffnen und schlecht schlucken konnte. Nach zehn Tagen traten Verkrampfungen auf. An seinem 15. Lebenstag brachten die Eltern das Kind schließlich ins Krankenhaus. Der Nabel des Babys roch bereits faulig. Dr. Ras erzählt mir: „Das Baby wurde intubiert. Da die Beatmungsgeräte durch den Taifun zerstört waren, haben wir sieben Tage lang, 24 Stunden am Tag, manuell ein Blasebalg betätigt, um dem Baby Sauerstoff zuzuführen. Alle haben dabei geholfen: die Großmutter, Ärzte, Schwestern. Leider war es bereits zu spät und der kleine Junge starb.“

Das ist leider nicht der einzige Fall, von dem die beiden mir berichten. Letzten Januar starb ein weiteres Kind an Tetanus, weil die Eltern erst sehr spät in die Klinik kamen. „Wenn das Baby bei Eintritt der Krämpfe weniger als eine Woche alt ist, ist die Aussicht auf Heilung sehr schlecht. Je später die Symptome auftreten, desto größer die Überlebenschancen“, so Krankenschwester Nila. Angesichts solcher Erfahrungsberichte wird mir die Bedeutung eines flächendeckenden Impfschutzes gegen Tetanus bei Neugeborenen auf traurige Weise deutlich.

Pastrana Gesundheitszentrum

Um noch mehr über das Impfprogramm von UNICEF zu erfahren, besuchen wir eine Gesundheitsstation auf dem Land in Pastrana. Das Gesundheitszentrum versorgt 6.000 Personen im Umkreis. 2013 waren erst 52 Prozent der gebärfähigen Frauen in dieser Region gegen Tetanus geimpft. 2014 waren es bereits 91 Prozent. Die Gesundheitshelfer wollen ihre Anstrengungen weiterführen und haben sich für 2015 das ehrgeizige Ziel gesetzt, 95 bis 100 Prozent zu erreichen.

Es gibt hier auch eine kleine Entbindungsstation, die jedoch nur auf unkomplizierte Geburten eingerichtet ist. Bei Kaiserschnitten oder komplizierteren Erkrankungen müssen die Patienten mit der eigenen Ambulanz in die nächstgelegene Klinik gebracht werden.

Hier treffe ich Ritchel (28). Sie liegt in den Wehen und erwartet in Kürze ihr drittes Kind. „Ich habe bereits zwei Jungen und wünsche mir diesmal, dass ich ein Mädchen zur Welt bringe“, erzählt sie. „Ich kenne die Gefahr einer Tetanuserkrankung bei Babys und bin daher geimpft.“

„Die Hebammen sind in die Dörfer gekommen und haben uns Schwangere darüber aufgeklärt. Daher war ich achtmal bei der Vorsorgeuntersuchung und bin gut geschützt.“

Das Gespräch mit Ritchel hat mir noch einmal bestätigt, wie wichtig Aufklärung ist, vor allem, wenn die Mädchen bereits sehr jung schwanger werden. So wie die 16-jährige Katrina May Campo, die ich am Ende meiner Reise in Tacloban in ihrem Zuhause besuche. Ihre Geschichte und die ihres kleinen Sohnes Enrico sind ebenfalls eng mit dem Taifun Haiyan verknüpft. Sie war hochschwanger und hatte sich mit Freunden auf dem Markt verabredet, als der Taifun über sie hereinbrach. „Ich habe nicht gedacht, dass eine solche Sturmflut kommt. Wir konnten uns mit knapper Not in den zweiten Stock eines Hauses retten. Das Wasser stieg so schnell, dass wir schwimmen mussten. Jemand hat mich durch das Fenster gezogen und gerettet“, berichtet Katrina.

Ihre Mutter Gina (37) machte sich in der Zwischenzeit große Sorgen um ihre Tochter. „Ich habe meine Tochter gesucht. Sie hat kein Handy und ich konnte sie nicht erreichen.“

Nach einigen Stunden ging das Wasser zurück. Der Markt, auf dem sich Katrina befand, wurde zu einem provisorischen Evakuierungszentrum. Dort befand sie sich, als ihre Fruchtblase platzte. Katrina kannte den genauen Geburtstermin nicht und wurde von den Wehen überrascht. Sie hatte nur einen einzigen Vorsorgetermin wahrgenommen und nur eine Impfung gegen Tetanus erhalten. Ihre Freunde halfen ihr bei der Geburt und durchschnitten die Nabelschnur mit dem einzigen Werkzeug, das zur Verfügung stand – einem Fleischermesser. Das Kind war bei der Geburt untergewichtig. Nach ein paar Tagen bekam das Baby, dem sie den Namen Enrico gab, Fieber. Im überlasteten Gesundheitszentrum von Tacloban konnte ihr niemand helfen, also ging Katrina nach Hause zu ihrer Mutter. „Am ersten Abend ging Enricos Fieber weg. Aber in der zweiten Nacht begann er zu wimmern, zeigte Spasmen am Mund,konnte nicht saugen und nicht schlucken. Die Lippen färbten sich blau. Wir gingen zum Flughafen, wo die ausländischen Ärzte waren. Sie sagten,das Baby sei dehydriert und wir wurden mit einer Ambulanz zum Regionalkrankenhaus gebracht“, berichtet mir Enricos Großmutter. Enrico wurde dort eine Woche lang intubiert und hat glücklicherweise überlebt.

Ich atme auf und freue mich, dass diese Geschichte trotz aller Widrigkeiten letztendlich gut ausgeht. Aber die Erkenntnis bleibt – eine Infektion mit Tetanus ist eine schreckliche Erkrankung, die Müttern und Babys überall auf der Welt erspart bleiben sollte. Die Immunisierung gegen den Erreger ist denkbar einfach und schreitet dank der Unterstützung von Aktionen wie Pampers für UNICEF in vielen Ländern gut voran. So auch auf den Philippinen. Daher habe ich die Hoffnung, dass es nicht mehr lange dauert, bis die Weltgesundheitsorganisation WHO auch auf den Philippinen Tetanus bei Neugeborenen für besiegt erklären kann.

*Mit jedem Kauf einer Packung Pampers mit UNICEF-Logo unterstützt Procter & Gamble UNICEF im Kampf gegen Tetanus bei Neugeborenen mit € 0,056 [bzw. 0,068 CHF]. Dieser Betrag entspricht z. B. den Kosten einer Tetanus-Impfdosis oder unterstützt ihre Verteilung. Weitere Informationen unter www.pampers.de oder www.unicef.de. UNICEF bevorzugt keine Marken oder Produkte.

**Afghanistan, Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Haiti, Indonesien, Jemen, Kenia, Mali, Niger, Nigeria, Pakistan, Papua-Neuguinea, Philippinen, Somalia, Sudan, Süd Sudan, Tschad, Zentralafrikanische Republik

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Procter & Gamble (P&G) bietet Verbrauchern auf der ganzen Welt eines der stärksten Portfolios mit qualitativ hoch- wertigen und führende Marken wie Always®, Ambi Pur®, Ariel®, Bounty®, Charmin®, Crest®, Dawn®, Downy®, Fairy®, Febreze®, Gain®, Gillette®, Head & Shoulders®, Lenor®, Olaz®, Oral-B®, Pampers®, Pantene®, SK-II®, Tide®, Vicks®, und Whisper®. P&G ist weltweit in 70 Ländern tätig. Weitere Informationen über P&G und seine Marken finden Sie unter www.pg.com und www.twitter.com/PGDeutschland.

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Dieser Beitrag wird von Pampers unterstützt.

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