Pampers für UNICEF | Besuch der Gesundheitsstation Boye Awarkasa In der Region West Arsi

Tag 2 – Besuch der Gesundheitsstation Boye Awarkasa In der Region West Arsi gibt es sowohl größere Gesundheitszentren, die über Ärzte und stationäre Betten verfügen, wie auch kleinere Gesundheitsstationen, in denen die Impfungen stattfinden und auch im Notfall Entbindungen durchgeführt werden können. Das enge Netzwerk an Gesundheitseinrichtungen soll dafür sorgen, dass keine Frau länger als eine Stunde laufen muss, bevor ihr geholfen werden kann.

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Vom Gesundheitszentrum Rophy aus begleiten wir in den nächsten zwei Tagen den gesamten Prozess der medizinischen Versorgung von Frauen und Babys. Die Gesundheitshelferin Nijima packt hier heute ihre Kühlboxen mit Tetanusimpfstoff für die schwangeren und gebärfähigen Frauen und einem Kombi-Impfstoff für die Babys. Sie klettert auf den Sozius eines Motorrads und wird von ihrem Kollegen zur Gesundheitsstation Boye Awarkasa gefahren. Einmal im Monat finden hier Impfungen statt. Heute warten 30 Schwangere sowie 95 Babys. „Vor 5 Jahren gab es in dieser Region große Widerstände gegen die Tetanusimpfungen. Die Anwohner befürchteten, dass der Impfstoff die Frauen unfruchtbar machen könnte“, berichtet Dr. Getachew Wako, Impfspezialist bei UNICEF. „Es kam sogar zu tätlichen Auseinandersetzungen und die Gesundheitshelfer wurden geschlagen. Im Anschluss gab es große Aufklärungskampagnen z.B. durch das Radio. Heute werden die Impfungen von der Bevölkerung sehr positiv angenommen.“

In jeder Gesundheitsstation arbeiten zwei Gesundheitshelferinnen, die von UNICEF ausgebildet wurden. Ge- tachew Wako erklärt uns warum: „Früher waren nur Männer im Gesundheitswesen tätig, die Frauen waren nicht ausgebildet. Das hat sich völlig geändert, jetzt werden besonders Frauen gefördert. Das ist ein wichtiger Ansatz, weil Frauen Zugang zu jedem Haus und jedem Raum bekommen.“ Die 22jährige Tajjo wartet mit ihrem Baby Madina (6 Monate) darauf, dass sie an die Reihe kommt. Madina ist bereits ihr zweites Kind, sie hat schon einen zwei Jahre alten Jungen. “Beide Kinder sind geimpft“, erzählt sie. „Die Gesundheitshelfer haben mir erzählt, wie wichtig Impfungen sind. Ich wohne gleich in der Nähe und komme natürlich jeden Monat hierher.

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Wir sprechen über Familienplanung, wie oft man impfen sollte und wie man stillt.“ Wie wir gleich erfahren, bleibt Tajjo durch ihren eigenen Impfschutz und dem ihrer Kinder eine schreckliche Erfahrung erspart. Die älteren Frauen der Gegend haben Tetanus bei Neugeborenen noch erlebt. Kufthu (50) hat von ihren neun Kindern drei verloren. „Wir hatten noch vor zehn Jahren gar kein Wort für Tetanus. Es war die Krankheit, die den Körper steif macht und das Baby in Krämpfen schrecklich zucken lässt. Als unsere Babys die ganze Nacht schrien, haben wir aus Verzweiflung auch geschrien. Jetzt ist hier jede Mutter in dieser Gegend geimpft und mit ihr ihre Kinder.“ Uns wird klar, die Aufklärung über Tetanus ist genauso wichtig, wie die Impfungen selbst. Heute können wir sehen, wie diese Weitergabe von Wissen funktioniert. Unweit der Gesundheitsstation, unter einem großen Baum, haben sich mehr als hundert Mütter, Schwangere und auch einige Männer versammelt. Einmal im Monat findet hier ein Treffen der Gemeinde statt. Der Dorfälteste begrüßt die Anwesenden, bevor die Hebamme Wanshet (26) zur Gemeinde spricht.

Sie berichtet über Vorsorge, Tetanusimpfungen und den Vorteil von Geburten im Krankenhaus oder der Gesundheitsstation. Wanshet arbeitet seit drei Jahren in ihrem Beruf und erklärt uns, warum der Zusammenhalt der Gemeinde so wichtig ist: „Auch die Männer sollen die Frauen in der Schwangerschaft unterstützen und sie zur Vorsorge bringen oder auf eine gesunde Ernährung achten. Daher beziehen wir sie mit ein. Steht die Geburt kurz bevor, melden sich fünf junge, kräftige Männer des Ortes zum Bereitschaftsdienst an. Sie tragen die Schwangere auf einer Trage, unserer traditionellen „Ambulanz“, zur Straße oder zur nächsten Gesundheitsstation, wo sie vom Krankenwagen abgeholt werden kann.“

Tag 3 – Schwangerenstation, Impflager und Krankenhaus Unser Tag beginnt auch heute wieder im Gesundheitszentrum Rophy. Das Zentrum in Rophy versorgt etwa 25.000 Bewohner im Umkreis. Um die 90-100 Geburten finden hier im Monat statt. Dafür gibt es neben einem Entbindungsraum auch eine Schwangerenstation. „Inzwischen stehen mehr als 3000 Gesundheitszentren im ganzen Land zur Verfügung. In jedem stehen mindestens vier Betten für die Schwangeren“, so Dr. Getachew. Auch hier sehen wir, wie sehr sich die Gemeinde um die Schwangeren kümmert. „Die Mütter sollen sich hier wohl fühlen, wenn sie auf ihre Entbindung warten. In den Gemeinden spenden die Einwohner Getreide, das verkauft wird, damit die Mütter mit Kaffee und Nahrung versorgt werden können. So trägt jeder das bei, was ihm möglich ist. Die Männer begleiten ihre Frauen häufig und unterstützen sie während der Wehen.“ Wir erfahren, dass 95 Prozent der Geburten problemlos verlaufen. Stellen die Gesundheitshelfer während der Vorsorgeuntersuchungen fest, dass eine schwierige Geburt zu erwarten ist, begleitet die Hebamme die werdende Mutter ins Krankenhaus nach Shashamene, wo auch Operationen durchgeführt werden können. Diese Fahrt dauert rund zwei Stunden, fast die gesamte Strecke auf einer Schotterpiste entlang. Das klingt für uns schwer vorstellbar und nicht wirklich nach einem Fortschritt.

 

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Doch Dr. Getachew erklärt uns, dass sich damit die Situation der Frauen bereits wesentlich verbessert hat: „Noch vor wenigen Jahren hatten die meisten dieser Frauen keine Chance, sobald Komplikationen auftraten. Sie starben während der Geburt. Nur 10 Prozent der Frauen haben in der Klinik oder der Gesundheitsstation entbunden. Zum Glück nutzen die meisten Frauen inzwischen die Angebote. Keine Frau sollte bei der Geburt sterben.“ Für Mulu (30 Jahre) ist es die zweite Schwangerschaft. Sie hat an allen Vorsorgeuntersuchungen teilgenommen und hat alle notwendigen Impfungen erhalten. Nun liegt sie in den Wehen. „Mulus Baby liegt verkehrt herum“, erklärt die diensthabende Gesundheitshelferin. „Wir beobachten, ob sich das Baby noch dreht, um eine komplizierte Steißgeburt zu vermeiden. Aber wir sind darauf vorbereitet, sie mit der Ambulanz ins Krankenhaus zu bringen.“

Bevor auch wir ins Krankenhaus fahren, der letzten Station bei unserem Besuch, machen wir einen Zwischenstop im Impfstofflager der Region. Im Kühlraum von Shashamene lagern die Impfstoffe in 17 Kühlschränken. Die Impfstoffe gelangen meist von Indien aus nach Addis Abeba. Dort werden sie zunächst im zentralen Kühlraum gelagert und von dort in die einzelnen Regionen wie West Arsi transportiert. Im Moment werden die Kühlschränke mit Strom betrieben. Für Notfälle steht ein Generator zur Verfügung. Das Ziel ist es, zukünftig auf solarbetriebene Kühlschränke umzusteigen, um vom unzuverlässigen Stromnetz unabhängig zu sein. Angekommen im Kuyera Krankenhaus in Shashamene können wir Mulu nicht finden und hoffen, dass dies ein gutes Zeichen ist und ihre Geburt ohne Probleme auch im Gesundheitszentrum erfolgen kann. Stattdessen begrüßt uns Dr. Gebrehinat und zeigt uns den Tetanus-Raum des Krankenhauses.

 

„Seit einigen Jahren gehen die Fälle von Tetanus bei Neugeborenen zurück. Vor 2010 waren es fünf bis sechs gemeldete Fälle im Jahr in dieser Region, heute sind es ein bis zwei. Leider sterben die meisten Babys auch, wenn ihre Eltern sie ins Krankenhaus bringen. Die Eltern kommen häufig viel zu spät hier her. Wenn die Babys an Tetanus erkranken, verkrampft ihre Gesichtsmuskulatur. Das sieht aus wie ein Grinsen. Die Menschen sind abergläubisch und nennen dies das Teufelsgrinsen. Aus Angst, dass ihr Baby vom Teufel besessen ist, verstecken sie es vor den Nachbarn und verschenken so wertvolle Zeit. Langsam aber verschwinden auch solche Gerüchte. Ein Neugeborenes wurde zu uns gebracht, als die Tetanuserkrankung gerade erst ausgebrochen war. Es hat überlebt, indem wir einen Luftröhrenschnitt gesetzt und es beatmet haben. Das war ein großartiger Erfolg für uns alle.“ Solche Erfahrungsberichte machen uns zum Schluss unserer Reise noch mal deutlich, warum in Äthiopien weiterhin Hilfe gebraucht wird. Tetanus bei Neugeborenen ist durch eine einfache Impfung vermeidbar. Impfstoffe, Kühlung und Transport, ausgebildetes Personal und Aufklärung der Bevölkerung sind wichtige Bausteine im Kampf gegen die Infektionskrankheit.

Wir unterstützen die Aktion von Pampers für UNICEF, damit die gute Arbeit in Äthiopien und allen betroffenen Ländern weltweit weitergeführt werden kann. * Mit jedem Kauf einer Packung Pampers mit UNICEF-Logo unterstützt Procter & Gamble UNICEF im Kampf gegen Tetanus bei Neugeborenen mit € 0,051 [bzw. 0,06 CHF]. Dieser Betrag entspricht z. B. den Kosten einer Tetanus-Impfdosis oder unterstützt ihre Verteilung. Während einer Schwangerschaft sind nur zwei solcher Impfungen erforderlich, um Mutter und Kind während der Geburt zu schützen. Mütter sind danach mindestens drei Jahre, Neugeborene die ersten zwei Monate ihres Lebens geschützt. Weitere Informationen unter www.pampers.de oder www.unicef.de. UNICEF bevorzugt keine Marken oder Produkte.

 

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